Tropical beach

,

Oytalrunde von Oberstdorf – unser zweiter Tag in Oberstdorf

Nach unserer nächtlichen Anreise nach Oberstdorf und dem ersten Ausflug auf das Nebelhorn stand an unserem zweiten Urlaubstag eine etwas gemütlichere Wanderung auf dem Programm. Unser Ziel war das Oytalhaus – und weil man aus Fehlern bekanntlich am besten lernt, wissen wir inzwischen auch, in welcher Richtung wir die Oytalrunde beim nächsten Mal laufen werden.

Von Oberstdorf ins Oytal

Von Oberstdorf aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg ins Oytal. Dabei wählten wir für den Hinweg ausgerechnet die asphaltierte Straße, die normalerweise vor allem für den Rückweg genutzt wird. Vom Oytalhaus kann man nämlich mit einem der bekannten Oytalroller zurück nach Oberstdorf fahren.

Die Straße lässt sich natürlich auch gut hinauflaufen. Besonders abwechslungsreich ist sie allerdings nicht – und an einem sehr warmen Sommertag bietet der Asphalt auch nicht unbedingt die angenehmsten Wanderbedingungen.

Beim nächsten Mal würden wir die Runde deshalb eindeutig andersherum laufen: auf dem schöneren Weg am Oybach entlang ins Tal hinein und später entweder über die Fahrstraße zurück oder direkt mit einem Roller hinunter nach Oberstdorf.

Manchmal muss man eine Strecke eben erst einmal falschherum laufen, um anschließend genau zu wissen, wie man es besser macht.

Mittagspause im Oytalhaus

Am Oytalhaus angekommen, war es Zeit für eine ausgiebige Mittagspause. Das Berggasthaus liegt mitten im Tal und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Radfahrer und Ausflügler. Wer nicht laufen möchte, kann das Oytalhaus sogar mit einer Pferdekutsche erreichen.

Lia entschied sich beim Essen für den bewährten Klassiker: Schnitzel mit Pommes. Damit kann man bei ihr selten etwas falsch machen, und auch dieses Exemplar bestand den Test ohne Beanstandungen.

Ich bestellte einen Salat mit Kräuterseitlingen. Kräuterseitlinge hatte ich vorher tatsächlich noch nie gegessen, was sich im Nachhinein als kulinarisches Versäumnis herausstellte. Die Pilze waren wirklich hammermäßig. Zusammen mit dem kräftigen Balsamico-Dressing war der Salat genau das richtige Essen für einen heißen Wandertag: leicht genug, um anschließend noch weiterlaufen zu können, aber trotzdem sättigend.

Während ich vermutlich noch eine Weile über die Kräuterseitlinge hätte philosophieren können, nutzte Lia lieber den Spielplatz am Oytalhaus. So kamen wir beide auf unsere Kosten.

Der schönere Weg am Oybach

Nach dem Essen machten wir uns auf den Rückweg nach Oberstdorf. Dieses Mal folgten wir dem Weg am Oybach entlang – und der war deutlich schöner als die asphaltierte Straße, die wir auf dem Hinweg genommen hatten.

Der Weg führte durch die grüne Landschaft des Oytals und immer wieder am Wasser entlang. Gerade bei den hohen Temperaturen war die Nähe zum Bach sehr angenehm.

Ganz allein waren wir dabei allerdings nicht. Neben den anderen Wanderern waren auch erstaunlich viele Mücken und Bremsen unterwegs. Irgendwie schafften wir es trotzdem, ohne Stiche davonzukommen. Ob das an unserem Tempo, purem Glück oder daran lag, dass andere Wanderer offenbar attraktiver für die kleinen Blutsauger waren, ließ sich nicht abschließend klären.

Einmal um den Moorweiher

Anstatt auf direktem Weg nach Oberstdorf zurückzulaufen, bauten wir noch einen kleinen Abstecher zum Moorweiher ein. Rund um den Weiher führt ein kurzer Lehrpfad mit Informationstafeln über die dort vorkommenden Pflanzen, Tiere und die Entstehung der Landschaft.

Natürlich mussten die Tafeln auch gelesen werden. Schließlich kann man nicht einfach an einer Informationstafel vorbeigehen, ohne anschließend zumindest ein wenig schlauer zu sein als vorher.

Der Moorweiher selbst liegt wunderbar ruhig oberhalb von Oberstdorf und ist von Wald und Wiesen umgeben. Nach dem langen Weg durch das Oytal war die kleine Runde um das Wasser ein schöner und entspannter Abschluss unserer Wanderung.

Direkt neben dem Weiher befindet sich das Moorbad Oberstdorf. Das historische Naturbad wird mit natürlichem Moorwasser gespeist und sah bei dem warmen Wetter ausgesprochen verlockend aus.

Wir gingen trotzdem nur daran vorbei. Allerdings nicht, ohne das Moorbad auf unsere stetig wachsende Oberstdorf-To-do-Liste zu setzen.

Diese Liste entwickelte schon am zweiten Urlaubstag ein gewisses Eigenleben.

Zurück nach Oberstdorf

Vom Moorbad liefen wir schließlich wieder hinunter nach Oberstdorf. Hinter uns lagen eine schöne Runde durch das Oytal, ein gutes Mittagessen, eine neue kulinarische Entdeckung und die Erkenntnis, dass die Laufrichtung einer Rundwanderung durchaus einen Unterschied machen kann.

Beim nächsten Besuch würden wir zuerst am Oybach entlang zum Oytalhaus laufen. Und möglicherweise würden wir uns für den Rückweg einen der Roller ausleihen.

Man muss schließlich nicht jeden Weg zweimal zu Fuß gehen – erst recht nicht den asphaltierten.

Schreibe einen Kommentar